Der Magier des Moments

"Grüne Augen, scheuer wie selbstbewusster Blick, rostfarbener Schal um den Hals und den Kopf: Jeder kennt dieses Bild eines afghanischen Mädchens, das zur weltweiten Ikone wurde, seit der Fotograf Steve McCurry es fixierte. Im Februar 2009 war das Bild auch in Schleswig zu sehen – im Rahmen der Ausstellung im Stadtmuseum mit Arbeiten von McCurry.

Museen leben immer stärker von der auch emotional packenden, audiovisuell dokumentierten Vermittlung von historischen Prozessen und Geschehnissen. Dies gilt umso mehr für die erlebte Geschichte, die in Form von Zeitzeugenaussagen begreifbar gemacht werden kann. Das Stadtmuseum hat auf diesem Feld bereits früher Pionierarbeit geleistet, indem es als eines der ersten Museen in Schleswig-Holstein Videofilme mit Zeitzeugeninterviews ausstellungsbegleitend einsetzte.

Steve McCurry aus den USA ist einer der besten und bekanntesten Fotografen unserer Zeit. Seit 1986 ist McCurry Mitglied der Agentur Magnum Photos.

Seine Dokumentation der sowjetischen Invasion in Afghanistan 1979 brachte ihm die begehrte Robert-Capa-Goldmedaille ein. Die Verbundenheit mit dieser Thematik machte ihn schließlich weltbekannt: Sein Foto des afghanischen Flüchtlingsmädchens in einem pakistanischen Lager mit den unglaublich grünen Augen, das keinen Betrachter kalt läßt, kam auf den Titel von National Geographic und wurde auf der ganzen Welt unzählige Male gedruckt. Sechs Mal gewann Steve McCurry Preise beim World Press Photo Award. Zahlreiche Bildbände belegen das herausragende Können McCurrys.

Seit 1996 informierte die Diaschau „Schleswig - Spuren einer bewegten Geschichte“ im Stadtmuseum über die Hauptstationen der Schleswiger Geschichte von Haithabu bis heute. Mehr als 200 000 Menschen haben diese Audiovision bisher gesehen und zeigten sich durchweg begeistert.

Schon in jungen Jahren begann der Schleswiger Kinderarzt Dr. Joachim Gunkel Spielzeug aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu sammeln. Baukasten, Steckenpferd und Gesellschaftsspiele stellte er 1978 dem Stadtmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung. Damit wurde erstmals einer privaten Sammlung eine eigene ständige Abteilung gewidmet. 

Vor über einem Jahr begannen die umfassende Neugestaltung der Sammlung und die Renovierung der Räume im Dachgeschoss des Palais. Dieses Projekt gelangt jetzt, 30 Jahre nach dem Einzug der Exponate in das Museum, zum Abschluss.