Zur Diskussion um die Zukunft des Stadtmuseums

Offener Brief des Vereinsvorstandes an die Mitglieder der Schleswiger Ratsversammlung und Einladung zum Diskussionsabend am 9. Dezember 2015

Wir haben von der Diskussion um die Besetzung der Stelle der Museumsleitung aus der Zeitung erfahren. Wir sind entsetzt, dass eine so weitreichende Entscheidung ohne die engagierten Bürger der Stadt und der Region getroffen werden soll. Wir möchten Ihnen einige aus unserer Sicht wichtige Argumentationshilfen mit auf den Weg Ihrer Entscheidung geben!

Theater ... Volkskunde ... Stadtmuseum?

Der Wegfall mehrerer traditioneller Kulturinstitutionen in der Stadt Schleswig bewirkt, dass die positive Wahrnehmung der Stadt nach außen nachlässt. Da gilt es gegenzusteuern! Kultur ist ein Standortfaktor! Daher gilt es, das zu erhalten, was vorhanden ist!

Netzwerk

Ein Stadtmuseum ist mehr als nur das “Zeigen von Bildern und Gegenständen”. Darum herum hat sich ein weit verzweigtes Netzwerk aufgebaut. Das Netzwerk vereint nicht nur interessierte Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Firmen und Institutionen. Ein Museum, das ein Schattendasein führt, ist für Sponsoren künftig uninteressant! Vieles, was bisher durch den Verein über Sponsoren gefördert wurde, fällt künftig weg. Wollen Sie diese Quelle zusätzlichen Geldes für die Stadt einfach versiegen lassen? Wir sind unseren Mitgliedern und Sponsoren überaus dankbar! Wir nennen insbesondere die Nord-Ostsee Sparkasse, die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, die Fielmann AG und örtliche Wirtschafts- und Handwerksbetriebe.

Kein Weinfest mehr?

Das umfangreiche Netzwerk des Stadtmuseums spiegelt sich in vielen Veranstaltungen wider: Die großen Fotoschauen des Vereins zur Förderung des Stadtmuseums e.V. erregen bundesweit und international große Aufmerksamkeit. Diese Ausstellungen locken bundesweit Gäste nach Schleswig, die in den Hotels übernachten und hier essen gehen. Beim Weinfest wirkt neben örtlichen Händlern auch der Rotary Club mit, der seinen Reinerlös sozialen Projekten in Schleswig zur Verfügung stellt. Die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte ist mit dem Museum ebenso verzahnt wie der Schleswiger Fotoclub. Dies alles läuft nicht von alleine!

Ein weiteres Ausbluten des Stadtteils Friedrichsberg gilt es zu verhindern. Das Stadtmuseum darf kein “Bauernopfer” werden! Traditionelle Kultur darf nicht einfach weggeworfen werden. Sie muss erhalten und gepflegt werden! Wir appellieren an Ihre Verantwortung als Ratsmitglied, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu handeln! Und diese umfasst auch ihre Geschichte und ihre Kultur. Das Stadtmuseum Schleswig ist eines der führenden Stadtmuseen in Schleswig Holstein und eines der ältesten in Deutschland. Unser Museum ist identitätsstiftend für Neubürger, Kinder und Jugendliche als auch Touristen. Durch das Café ist das Museum ein beliebter Treffpunkt im Friedrichsberg.

Die Stadt hat Verpflichtungen!

Ist Ihnen bekannt, dass die Stadt Schleswig Verpflichtungen eingegangen ist? Für das Teddybärhaus hat die Stadt Schleswig Fördermittel des Landes und der EU erhalten. Damit ist eine Zweckbindungsfrist von 25 Jahren eingegangen worden!

Das Stadtmuseum ist auch Arbeitgeber!

17 Familien leben von der Arbeit des Stadtmuseums. Sie arbeiten für die Kultur der Stadt! Wir als Verein zur Förderung des Stadtmuseums e.V. setzen uns ein für den Erhalt dieser Arbeitsplätze. Diese dort investierten Gelder werden auch in der Region wieder ausgegeben!

Wir möchten den Zeitungskommentar von Frau Bühmann vom Sonnabend, 28.11.2015, zur Ausstellung “Sliesthorp-Haithabu-Schleswig” richtig stellen. Die Ausstellung ist NICHT aus städtischen Geldern finanziert, sondern einzig und allein aus Mitteln, die UNSER Förderverein von Sponsoren angeworben hat! Diese Ausstellung ist Ergebnis der Arbeit des Fördervereins, von Bürgerinnen und Bürgern der Region und Firmen, die sich engagiert haben!

Kurzfristigkeit zeugt nicht von weitreichender Politik

Der Verein zur Förderung des Stadtmuseums Schleswig e.V. versteht nicht, dass nun zu den Stellenberatungen 2016 “urplötzlich” die Stelle des Museumsleiters und damit das Stadtmuseum selbst zur Disposition steht. Warum wird eine Diskussion so kurzfristig begonnen? Sollen in kürzester Zeit vollendete Tatsachen geschaffen werden?

Wir verweisen auf die einstimmig beschlossene Vorlage zur Umsetzung des Konzeptes für die Weiterentwicklung des Stadtmuseums (VO 2014/191) vom 04.11.2014 !!!

Ein Stellenplan ist kein kurzfristiges Mittel, um langfristige Stadtpolitik zu machen! Der Stellenplan deckt den Bedarf an Personal ab.

Mit dem Stellenplan “regelt” man nicht die Kultur einer Stadt!

Für einen weiteren Austausch laden wir Sie zu einem Gespräch am Mittwoch, dem 09.12.2015, um 20:00 Uhr in die Ausstellungshalle des Stadtmuseums ein. Zu diesem Termin werden u. a. auch die Mitglieder unseres Vereins, Vertreter anderer Vereine sowie Pressevertreter eingeladen.

Wir bitten Sie, uns bis zum Montag, 07.12.2015 Ihr Kommen zu bestätigen ( This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it , Tel. 04621 936812).

Für den Verein zur Förderung des Stadtmuseums Schleswig e.V.

Der Vorstand